Das IOC und der DOSB haben ihre Alleinherrschaft über Sponsoren bei den Olympischen Spielen verloren. Das Bundeskartellamt hat das Werbeverbot für deutsche Athleten geöffnet. Mit weitreichenden Folgen für die Sportler.

„Wir sorgen für eine Öffnung der bisher von DOSB und IOC stark beschränkten Werbemöglichkeiten deutscher Athleten und ihrer Sponsoren während der Olympischen Spiele. Die Athletinnen und Athleten sind die Leistungsträger der Olympischen Spiele. Sie können aber von den sehr hohen Werbeeinnahmen des IOC durch offizielle Olympiasponsoren nicht direkt profitieren“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Als ein Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere komme der Eigenvermarktung während der Spiele daher eine sehr hohe Bedeutung zu: „Durch unsere Entscheidung haben deutsche Athletinnen und Athleten künftig deutlich mehr Handlungsspielraum bei der Vermarktung ihrer Person während der laufenden Olympischen Spiele.“

Die Öffnung der bisherigen Werbebeschränkungen umfasst auch die Nutzung bestimmter „olympischer Begriffe“, heißt es in einer Erklärung des Bundeskartellamts. So waren bisher vom IOC etwa die Begriffe „Olympia“, „olympisch“ oder „Olympiade“ geschützt. Sie bleiben es auch weiterhin, Begriffe wie „Medaille“, „Gold“, „Silber“ oder Spiele werden aber nicht mehr beschränkt.

Auch Sportverbände unterliegen der Rechtssprechung

„Auch Regeln eines Sportverbandes unterliegen nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes dem Wettbewerbsrecht, soweit sie wirtschaftliche Tätigkeiten betreffen. Wettbewerbsbeschränkungen können aber durch legitime Ziele gerechtfertigt sein, wenn die Beschränkungen zur Erreichung dieser Ziele verhältnismäßig sind“, heißt es in der Mitteilung des Kartellamts.

Ab sofort dürfen die Athleten bei den Olympischen Spielen also für eigene Sponsoren werben. Werbemaßnahmen während der Spiele müssen nicht mehr zuvor beim DOSB angemeldet und genehmigt werden.

„DOSB und IOC haben sich nunmehr verpflichtet, die Werbemöglichkeiten für deutsche Athleten und ihre Sponsoren erheblich zu erweitern, so dass das Verwaltungsverfahren mit einer sogenannten Zusagenentscheidung abgeschlossen werden konnte. Die Einhaltung der Zusagen wird das Bundeskartellamt kontrollieren“, heißt es in der Erklärung.

„Wir freuen uns, dass das Verfahren nun abgeschlossen und für alle Beteiligten somit wichtige Klarheit geschaffen worden ist. Die Entscheidung wird beiden Seiten gerecht: Einerseits profitieren die Athletinnen und Athleten durch die Ausweitung persönlicher Rechte, andererseits wird das für den gesamten Sport existenzielle Finanzierungsmodell der Olympischen Spiele gesichert“, sagte Alfons Hörmann, Präsident des DOSB.

Quelle: https://www.welt.de/sport/article189474741/Olympische-Spiele-Bundeskartellamt-oeffnet-Werbeverbot.html

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