Von Stephan Handel

Sechs Tische voller Legenden in Gold, Bronze und Silber: Die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) lädt seit bald 30 Jahren verdiente deutsche Sportler ins Weinzelt ein, und das ist dann tatsächlich ein Ritt durch die Sport- und Olympia-Geschichte: Wolfgang Zimmerer und Peter Utzschneider, die beiden Bobfahrer aus den Siebzigern, beide bald 80 Jahre alt, Michael Veith, der Skirennläufer, der sich von seinen Kollegen als „Gradausfahrer“ verspotten lassen muss, weil er hauptsächlich in der Abfahrt reüssierte, Manfred Nerlinger, der Gewichtheber, der Biathlet Michael Greis, der Handball-Star Henning Fritz, Eishockey-Legende Alois Schloder, dazu Reiter, Sportschützen, Triathleten – sie alle eint die Weltklasse, die sie in ihrem jeweiligen Sport erreicht haben, und das Wissen um die Anstrengungen und Entbehrungen, die dafür nötig waren. „Die haben alle die gleiche Macke“, sagt Christian Tröger, selbst erfolgreicher Olympia-Schwimmer, der das alljährliche Treffen für die DOG organisiert. Mittendrin Theo Waigel, der ehemalige Bundesfinanzminister, der dem Sport schon durch seine Frau Irene verbunden ist – die war, als sie noch Epple mit Nachnamen hieß, eine der erfolgreichsten deutschen Skirennläuferinnen. Auch sie sagt, dass jeder mit jedem sofort reden könne, eben weil jeder weiß, was der andere in seiner Disziplin geleistet hat. Damit aber nicht nur geredet wird, haben sie früher mal auch kleine Wettbewerbe bestritten – Fingerhakeln, Armdrücken, solche Sachen. Weil darin aber dann immer der Nerlinger gewonnen hat, lassen sie’s mittlerweile lieber bleiben. Stattdessen wird jetzt genagelt, da kommt es vor allem auf die Geschicklichkeit an und nicht nur auf die pure Kraft.

 

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/oktoberfest-muenchen-2019-stammtische-1.4626894

links: Irene Epple-Waigel, rechts: Theo Waigel
links: Alexander von Stülpnagel, rechts: Manfred Nerlinger
links: Michi Greis, rechts: Alexander Resch
links: Ricarda Funk, rechts: Jasmin Schornberg

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